
Der Bodhi-Baum
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Es gibt einen Baum in Bodh Gaya, Indien, der seit über 2500 Jahren wächst. Oder zumindest ein Nachkomme davon. Unter seinem Vorfahren saß Siddhartha Gautama – und wurde zu Buddha.
Siddhartha war ein Prinz, der alles hatte: Reichtum, Familie, Sicherheit. Und dennoch ließ ihn eine Frage nicht los: Warum leiden Menschen? Warum gibt es Krankheit, Alter, Tod – und ist das alles?
Er verließ seinen Palast. Lebte jahrelang als Asket. Fastete, meditierte, suchte. Bis er sich unter einem Feigenbaum niederließ und sich schwor, nicht aufzustehen, bis er die Antwort gefunden hatte.
49 Tage saß er dort. Dann geschah es: Erleuchtung. Bodhi.
Bodhi (Sanskrit: बोधि) bedeutet Erwachen – nicht im Sinne von „aufwachen aus dem Schlaf", sondern aus der Illusion. Das Erkennen der Dinge, wie sie wirklich sind. Frei von Täuschung, Gier und Hass.
Du musst nicht 49 Tage unter einem Baum sitzen. Aber die Geschichte des Bodhi-Baums erinnert uns an etwas Wichtiges: Bleib. Gib nicht auf. Die Antwort kommt nicht von außen.
Verwurzelung und Weite gleichzeitig – tief geerdet, weit verzweigt. Das ist das Bild des Bodhi-Baums. Und vielleicht auch das Bild, das wir für uns selbst suchen.
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